Ware schützen und Müll vermeiden

Grafik Henkel-Verpackungs-Fußabdruck 2010

Hochwertige Markenprodukte erfordern Verpackungen, die eine Vielzahl von Funktionen erfüllen: Sie müssen die Hygiene und Unversehrtheit der Produkte garantieren, während Transport und Lagerung schützen sowie eine problemlose Dosierung und Anwendung ermöglichen. Darüber hinaus sollte die Verpackung genug Raum für Verbraucherinformationen bieten. Gerade bei Kosmetikprodukten aber auch verstärkt bei Waschmitteln und Klebstoffen spielen für viele Verbraucher die Verpackung und das Design eine wichtige Rolle bei der Kaufentscheidung.

Die Verpackungen unserer Markenprodukte werden nach Gebrauch zu Haushaltsabfällen. Deshalb folgen wir unternehmensweit den drei Prinzipien „vermeiden, vermindern, wiederverwerten“. Konkret bedeutet dies:

  • Reduzierung des Verpackungsvolumens und der eingesetzten Rohstoffmengen
  • Reduzierung der Packstoffvielfalt: Einsatz der gleichen Materialien für verschiedene Verpackungen
  • Einsatz recycelbarer Materialien
  • Kundeninformationen zur Recycling-Fähigkeit der eingesetzten Materialien
  • Rücknahme und Wiederverwendung von Verpackungen

Um über den gesamten Produktzyklus Verpackungsvolumen zu reduzieren, arbeiten wir eng mit unseren Lieferanten und Kunden zusammen. Für industrielle Kunden stehen Mehrwegsysteme zur Verfügung, zum Beispiel wieder verwertbare Transportcontainer und Umverpackungen. Ein Beispiel ist das Rücknahme-Programm für Kunststoffbehälter zum Transport von Industrieklebstoffen in den USA, welches Henkel 2010 gemeinsam mit der National Container Group (NCG) ins Leben gerufen hat.

Wir  optimieren kontinuierlich unsere Produktverpackungen und arbeiten daran – wo technisch möglich –, den Anteil von Recycling-Materialien für das gesamte Sortiment zu erhöhen. Zum Beispiel setzen wir in den PET-Flaschen unserer Wasch- und Reinigungsmittel einen Rezyklat-Anteil von 25 Prozent ein. Zudem prüfen wir regelmäßig die Einsatzmöglichkeiten für neue Verpackungsmaterialien wie Bioplastik. Verbrauchern bieten wir Dosierhilfen, Konzentrate und Nachfüllprodukte an. So gibt es beispielsweise für unsere Reiniger-Marken Biff, Bref und Sidolin Nachfüllbeutel mit bis zu dreifach konzentrierten Rezepturen. Gegenüber der Ursprungsverpackung sparen diese in der Herstellung rund 90 Prozent Kunststoff. Zudem reduzieren sie Wasserverbrauch, Versandverpackung und Transportgewicht.

Transportverpackungen werden so entwickelt, dass Paletten und Container optimal gepackt werden können. Grenzen für die Reduktion der Transport- und Umverpackungen setzen dabei die Anforderungen an Transportsicherheit und -auslastung. Denn um den unbeschadeten Transport unserer Produkte zu gewährleisten und unsere Lastkraftwagen und Güterwagons hinsichtlich Volumen und Gewicht optimal packen zu können, ist eine Stabilität eingesetzten Packmaterials erforderlich.

Zudem vermindern intelligente Verpackungsformen bei den Verbrauchern die Menge an Verpackungsabfällen. Die Verpackungsentwickler versuchen kontinuierlich, den Materialeinsatz ohne Qualitäts- und Stabilitätseinbußen zu reduzieren. Allein in Deutschland konnten wir so das Volumen unseres Verpackungsmaterials seit den 1980er Jahren um rund die Hälfte senken.

Foto Persil

Dabei sind oft auch kleine Schritte von großer Bedeutung. In Deutschland, Österreich und der Schweiz beispielsweise werden unsere Persil „Megaperls“ in Verpackungseinheiten für jeweils 20, 35 oder 50 Waschladungen angeboten. So wollen wir unterschiedlichen Verbraucherbedürfnissen und Haushaltsgrößen entgegenkommen. 90 Prozent aller Umsätze entfallen dabei auf die Verpackungseinheit für 20 Waschladungen. Bisher wurde diese Verpackungsgröße in allen drei Ländern im Karton und im Kunststoffbeutel angeboten. Eine Analyse der eingesetzten Packmittel hat gezeigt, dass die Kunststoffbeutel rund 80 Prozent weniger Verpackungsmaterial benötigen als die entsprechenden Kartonverpackungen. Als Konsequenz wurden alle Persil „Megaperls“ Verpackungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf Beutelware umgestellt. Durch diese Maßnahmen sparen wir jährlich rund 1100 Tonnen Verpackungsmaterial ein.

Entsorgung

Außerdem arbeiten wir daran, den recycelbaren Anteil unserer Verpackungen kontinuierlich zu erhöhen. Um Kunden beim Recycling von Verpackungen zu unterstützen, setzen wir daher auf Materialien, für die aktuell ein öffentliches Recycling-System besteht. Wasch- und Reinigungsmittel sowie Kosmetik- und Körperpflegeprodukte gelangen nach Gebrauch ins Abwasser. Sie sind von Henkel in der Zusammensetzung so konzipiert, dass ihre Anwendung die aquatische Umwelt nicht beeinträchtigt. Abwässer aus chemisch-technischen Anwendungen werden zum Entfernen von Schadstoffen nach dem Stand der Technik behandelt und fachgerecht entsorgt.

Global Packaging Project

2010 beteiligte sich Henkel am „Global Packaging Project“ des „Consumer Goods Forum“. Ziel des Projekts ist die Entwicklung von einheitlichen Bewertungsprozessen und Kennzahlen. Mit diesen können Verpackungslösungen im Hinblick auf wirtschaftliche, ökologische und soziale Auswirkungen analysiert werden. Durch eigene Pilotprojekte – zum Beispiel zur Bewertung der Vorteile von „regalfertigen“ Verpackungskonzepten des Einzelhandels – haben wir frühzeitig Ansätze in die Arbeit des Forums eingebracht und zur Intensivierung des Dialogs zwischen Industrie- und Handelspartnern beigetragen.

Einsatz von Biokunststoffen in der Verpackung

Wir prüfen regelmäßig die Einsatzmöglichkeiten für neue Verpackungsmaterialien wie Biokunststoffe entlang der Wertschöpfungskette anhand unserer Nachhaltigkeitskriterien. Dabei müssen neben den technischen Anforderungen auch Aspekte wie zum Beispiel die Verfügbarkeit, Nahrungsmittelkonkurrenz, Flächenverlust, Gefährdung der Boden- und Wasserqualität sowie Sozialstandards in die Gesamtbewertung einfließen.

Grundsätzlich ist zwischen zwei  Arten von Biokunststoffen zu unterscheiden, die verschiedenen Eigenschaften und Vorteile aufweisen:

Kunststoffe auf Basis von nachwachsenden Rohstoffen

Die Kunststoff-Polymere dieser Materialien basieren auf Rohstoffen, die aus pflanzlichen Quellen wie zum Beispiel Zuckerrohr oder Mais gewonnen werden. Je nach Materialmix und Anwendung können sie technisch den herkömmlichen Polymeren, die auf Erdöl basieren entsprechen und bieten dabei sogar mehrere Vorteile.

Sie senken den Verbrauch von Erdöl und die damit verbundenen CO2-Emissionen. Sie sind daher unter bestimmten Bedingungen (siehe oben) eine gute Alternative und bieten langfristig auch interessante wirtschaftliche Vorteile. Henkel verfolgt daher intensiv die Entwicklungen auf diesem Gebiet und testet regelmäßig, wo der Einsatz dieser Art von Biokunststoffen wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll ist.

Foto Pritt Ecomfort Roller

Pritt Ecomfort Roller: Der weltweit erste Korrekturroller, dessen Gehäuse zu fast 90 Prozent aus einem Kunststoff besteht, der aus Pflanzen gewonnen wird. Für diese Innovation erhielt Pritt den „Biowerkstoff Preis 2010“.

Biologisch abbaubare Kunststoffe

Biologisch abbaubare Kunststoffe können entweder rein auf nachwachsenden Rohstoffen oder in Kombination mit  Erdöl basieren. Unter Idealbedingungen werden sie weitgehend biologisch abgebaut und dadurch wieder in ihre natürlichen Bestandteile zerlegt. Leider können biologisch abbaubare Kunststoffe bisher nicht  die hohen Anforderungen erfüllen, die wir an unsere Verpackungsmaterialien stellen. Ein Problem ist beispielsweise die begrenzte Haltbarkeit: Bei Kosmetikprodukten garantieren wir zusätzlich zur Verbrauchszeit eine Haltbarkeit von drei Jahren. Dies ist mit biologisch abbaubaren Kunststoffen bisher nicht zu erzielen. Auch technische Aspekte wie Formbarkeit und -stabilität bedürfen noch der Optimierung. Zudem sprechen die Verfügbarkeit am Markt sowie höhere Kosten derzeit noch gegen einen Einsatz dieser Stoffe als Verpackungsmaterial. Dennoch verfolgen wir die Entwicklung auf diesem Sektor aufmerksam und suchen aktiv nach geeigneten Materialien und Einsatzmöglichkeiten.

Mein Bericht