Rohstoffe mit Zukunft

Zum nachhaltigen Wirtschaften zählen eine verantwortungsvolle Rohstoffwirtschaft, der Schutz von natürlichen Ressourcen und Biodiversität. Wir setzen seit vielen Jahrzehnten Inhaltsstoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe zur ganzheitlichen Optimierung von Produkteigenschaften ein, wenn dies unter Berücksichtigung ökologischer, ökonomischer und gesellschaftlicher Gesichtspunkte sinnvoll ist. In den Rezepturen vieler unserer Produkte bilden nachwachsende Rohstoffe bereits zentrale Bestandteile. Beim Einkauf dieser Rohstoffe berücksichtigen wir ökologische und soziale Auswirkungen.

Ein zentrales Ziel unserer Forschung und Entwicklung ist der Ersatz von erdölbasierten Inhaltsstoffen. Für sie werden alternative Rohstoffe aus erneuerbaren Quellen gesucht. Zum Beispiel sind stärke- und cellulosebasierte Rohstoffe ökologisch und wirtschaftlich interessant. Zum einen, weil eine Vielzahl von Quellen als Ausgangsbasis in Frage kommen, unter anderem sind dies Mais, Kartoffeln, Baumwolle und Bastpflanzen. Zum anderen reduziert die Umstellung die Abhängigkeit von dem begrenzt verfügbaren und immer teurer werdenden Rohstoff Erdöl. In den Rezepturen vieler unserer Produkte – von Reinigungsmitteln über Duschgele bis zu Tapetenkleistern und Verpackungsklebstoffen – bilden nachwachsende Rohstoffe bereits zentrale Bestandteile der Rezepturen.

Nachwachsende Rohstoffe in unseren Waschmitteln

Foto Terra

Bei den Wasch- und Reinigungsmitteln stellen nachwachsende Rohstoffe historisch eine der wichtigsten Rohstoffquellen dar. Seife – von jeher auch als Waschmittel verwendet – wird seit Jahrtausenden aus pflanzlichen oder tierischen Ölen und Fetten hergestellt. Heute bestehen die meisten Wasch- und Reinigungsmittel aus einer Vielzahl von Inhaltsstoffen, jeweils mit speziellen Funktionen.

Die meisten der großvolumigen Inhaltsstoffe von Wasch- und Reinigungsmitteln sind anorganisch und können nicht durch Inhaltsstoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe ersetzt werden. Eine wichtige Ausnahme bilden Tenside. Sie bestehen aus einem lipophilen – „fettfreundlichen“ – Teil, der aus pflanzlichen oder erdölbasierten Ölen gewonnen wird, und einem hydrophilen – „wasserfreundlichen“ – Teil, der in der Regel erdölbasiert oder anorganisch ist. Tenside, die vollständig aus nachwachsenden Rohstoffen wie Alkylpolyglucosiden bestehen, sind die Ausnahme.

Um optimale Waschleistungen erzielen zu können, setzen wir eine Mischung verschiedener Tenside ein. Bei mehr als der Hälfte basiert der lipophile Teil auf nachwachsenden Rohstoffen – ein Ergebnis der langjährigen Erfahrungen von Henkel mit Inhaltsstoffen auf Basis nachwachsender Öle, wie zum Beispiel das nur für den industriellen Einsatz nutzbare Palmkernöl, und Fette. Der Anteil nachwachsender Rohstoffe liegt insgesamt bei den Tensiden für Wasch- und Reinigungsmittel bei rund 30 Prozent. Die übrigen 70 Prozent teilen sich auf in anorganische und erdölbasierte Bestandteile.

Kosmetikprodukte auf Basis natürlicher und nachwachsender Rohstoffe

Foto Osis+

In der Kosmetik werden naturbasierte Rohstoffe in allen Produktgruppen eingesetzt. Auf den Einsatz einzelner naturbasierter Wirk- und Duftstoffe in unseren Produkten weisen wir hin, wenn diese mit bestimmten Eigenschaften verbunden sind – beispielsweise die pflegende Wirkung von Sheabutter und Jogurt oder die beruhigende Wirkung von Aloe Vera.

Die Produktformulierungen unserer Seifen, Shampoos und Duschgele basieren mittlerweile zu mehr als zwei Dritteln auf nachwachsenden Rohstoffen. Der Anteil nachwachsender Inhaltsstoffe an unseren Rezepturen bezieht sich auf unseren Beitrag zur Reduktion des Einsatzes des Rohstoffs Erdöl. Werden beispielsweise in einer Rezeptur erdölbasierte Inhaltsstoffe durch stärkebasierte ersetzt, erhöht dies den Anteil der nachwachsenden Rohstoffe und spart somit Erdöl. Bei Inhaltsstoffen, die sowohl auf nachwachsenden Rohstoffen als auch auf Erdöl basieren, wird nur der nachwachsende Anteil berücksichtigt. Wenn möglich, berechnen wir den Anteil nachwachsender Rohstoffe bezogen auf die Trockenmasse unserer Produkte. In manchen Märkten und Produktkategorien umfassen die Kalkulationen auch das in der Rezeptur enthaltene Wasser. Um die Vergleichbarkeit im Markt zu gewährleisten, beziehen auch wir in diesen Fällen das in unseren Produkten eingesetzte Wasser in unsere Anteilsberechnungen ein. Dabei verpflichten wir uns, beim Einkauf von nachwachsenden Rohstoffen auch auf ökologische und soziale Aspekte zu achten. So setzen wir vermehrt Inhaltsstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau in unseren Rezepturen ein. Auch in Stylingprodukten kommen zunehmend Inhaltsstoffe aus erneuerbaren Rohstoffen zum Einsatz. Zum Beispiel werden die mineralölbasierten Verdickersysteme (Polyacrylate) auf stärke- und cellulosebasierte Rezepturen umgestellt. In unserer neuen Haarstylingcreme Osis Buff beträgt der Anteil nachwachsender Rohstoffe ein Drittel.

Natürlich kleben

Foto Pritt

Für Klebstoffe für Konsumenten und Handwerker sowie für die Industrie gibt es eine ganze Reihe von Anwendungen, in denen nachwachsende Rohstoffe wie Stärke, Cellulose, Dextrine und Proteine eingesetzt werden. Beispielsweise verwenden wir nachwachsende Rohstoffe bei Klebestiften, Tapetenkleistern und Verpackungsklebstoffen. Bei Klebstoffen zur  Flaschenetikettierung beträgt der Anteil zum Beispiel 45 Prozent. Die Rezeptur des Pritt Stifts haben wir im Jahr 2000 auf eine nachwachsende Rohstoffbasis umgestellt. Sie enthält 90 Prozent nachwachsende Rohstoffe bezogen auf die Trockenmasse.

Runder Tisch für Nachhaltiges Palmöl

Foto Palmkernöl-Zertifikat

Natürlich stellen wir unsere Rezepturen nicht blind auf eine nachwachsende Rohstoffbasis um. Für uns muss sichergestellt sein, dass aus ökologischer, ökonomischer und sozialer Sicht eine Verbesserung erzielt wird. Besonders die ökologischen und sozialen Auswirkungen müssen genau betrachtet werden. Dies macht die zunehmende Konkurrenz der Nahrungsmittel- und  Kraftstoffindustrie um die Nutzung von Anbauflächen deutlich. Ein weiteres Beispiel ist der steigende Druck auf wirtschaftliche ungenutzte Flächen (z.B. Regenwälder), der zunehmend die biologische Vielfalt und die Lebensgrundlage der lokalen Bevölkerung gefährdet.

Henkel nutzt – indirekt über seine Lieferanten von Vorprodukten – weniger als 0,02 Prozent des weltweiten Palm- beziehungsweise Palmkernöls als Rohstoff. Dennoch nehmen wir mit unseren Tensiden, die zu rund 30 Prozent aus Kokos- und Palmkernöl bestehen, eine führende Rolle in der Wasch- und Reinigungsmittelindustrie ein. Um unsere Verantwortung bereits beim Einkauf von Rohstoffen wahrzunehmen, engagieren wir uns beispielsweise im Rahmen des Runden Tischs für nachhaltiges Palmöl (RSPO). Dieser verfolgt die Ziele, die nachhaltige Herstellung von Palmöl zu fördern sowie ein Zertifizierungs- und Vermarktungsmodell für Palmöl aus nachhaltigem Anbau voranzutreiben. Als weltweit erstes Unternehmen haben wir Palmkernöl-Zertifikate für die Produkte unserer Marke Terra Activ gekauft. Wir tragen so als erstes Unternehmen dazu bei, dass Palmkernöl aus nachhaltig angebauten Palmen in die Lieferkette zur Herstellung von Tensiden einfließt. Ab 2015 soll die gesamte Menge an Palm- und Palmkernöl, welche als Rohstoffe in unsere Produkte einfließt, vollständig durch RSPO-Zertifikate für nachhaltige Palmölwirtschaft abgedeckt sein.

Für das in den Produkten unserer Marke Terra verwendete Palmkernöl haben wir bereits 2008 als weltweit erstes Unternehmen Zertifikate für nachhaltig produziertes Palmkernöl gekauft. Darauf aufbauend haben wir weitere Schritte zur Erreichung unseres Ziels eingeleitet. So sind seit 2010 auch die Waschmittel Le Chat Eco Efficacité in Frankreich und Persil Eco Power in Belgien sowie unsere ECOCERT-zertifizierten Kosmetikprodukte durch entsprechende Palmkernöl-Zertifikate abgedeckt.

Initiative zum Schutz von Wäldern und Biodiversität

Logo The Consumer Goods Forum

Henkel gehört zu den Unterzeichnern eines Beschlusses des „Consumer Goods Forum“ gegen die weltweite Abholzung von Wäldern und für den Schutz der Biodiversität. Die teilnehmenden Unternehmen verpflichten sich, individuell und gemeinsam Maßnahmen zu ergreifen, um die Netto-Abholzung der globalen Waldflächen bis 2020 zu stoppen. Für Henkel betrifft dies insbesondere den Einkauf von Rohstoffen und Materialien wie Palmöl oder Papier.