Interview mit Tina Müller, die im Henkel Sustainability Council den Unternehmensbereich Kosmetik/Körperpflege repräsentiert

2010 haben Sie eine umfassende Studie zum Thema Schönheit in Auftrag gegeben. Wofür verwenden Sie die Ergebnisse?

Tina Müller: Anlässlich des 111-jährigen Jubiläums von Schwarzkopf haben wir die Trendstudie „Beauty is hair“ ins Leben gerufen. Denn wir möchten die sich weltweit wandelnden Bedürfnisse unserer Verbraucher verstehen – besonders die unserer Verbraucherinnen, denn die Mehrzahl aller Kaufentscheidungen wird ja heute noch von Frauen getroffen. Deutlich hat die Studie gemacht: Die Bedürfnisse der Verbraucherinnen und ihr Blick für Schönheit verändern sich weltweit. Die verschiedenen Kulturen, Altersgruppen und Lebensstile fordern eine individuelle Ansprache und auf sie zugeschnittene Produkte.

Können Sie aus der Studie auch Erkenntnisse zum Thema Nachhaltigkeit und dessen Bedeutung für Ihre unterschiedlichen Produktkategorien ableiten?

Tina Müller: Unsere Studie zeigt vor allem, dass Schönheit, persönliches Wohlbefinden und Hygiene zu den fundamentalen Bedürfnissen der Menschen gehören, egal in welchem Teil der Welt. Unsere Produkte helfen, diese Bedürfnisse individuell zu erfüllen – und leisten dadurch per se einen wichtigen sozialen und gesellschaftlichen Beitrag. Ziel unserer Produktentwicklung ist es, diesen Beitrag so groß wie möglich werden zu lassen. Dies schließt für mich das Engagement unserer Marken für gemeinnützige Zwecke mit ein, zum Beispiel im Rahmen der neuen Schwarzkopf-Initiative „Shaping Futures“. Außerdem werden unsere Shampoos, Duschgele, Haarsprays, Hautcremes und Colorationen täglich in mehr als einer Million Haushalte verwendet. Über unsere Innovationen nutzen wir also großes Potenzial, den wachsenden Trend zu umwelt- und gesundheitsbewussten Lebensstilen unmittelbar im Alltag zu unterstützen. Indem wir zum Beispiel nachwachsende Rohstoffe oder Rohstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau einsetzen, die biologische Abbaubarkeit unserer Rezepturen immer weiter verbessern und die Produktverpackungen soweit wie möglich minimieren, tragen wir zu diesem Trend bei.

Werden Sie diese sozialen und ökologischen Aspekte Ihrer Produkte in Zukunft auch stärker für die Verbraucheransprache – sprich Werbung – nutzen?

Tina Müller: Für uns muss die Produktleistung mit ökologischen und sozialen Verbesserungen zusammengebracht werden, um von einem wirklich guten Produkt sprechen zu können. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, mit unseren Produkten diesen Spagat hinzubekommen: Unsere Produkte bieten erstklassige Wirksamkeit und Hautverträglichkeit. Sie leisten einen Beitrag zu Hygiene, aber auch zu Schönheit. Und außerdem verwenden wir hochwertige Inhaltsstoffe, die verantwortungsvoll gewonnen wurden.

Dieses eigene Selbstverständnis ist aber nicht notwendigerweise Schwerpunkt bei der Verbraucheransprache. Denn der Erfolg unserer Kosmetikprodukte beruht in erster Linie auf ihrer Relevanz für die Verbraucher; Sie wollen wirksame und gut verträgliche Produkte. Daher stehen diese Dimensionen im Vordergrund unserer Werbung. Wollen wir darüber hinaus zum Beispiel auf eine verbesserte ökologische Bilanz hinweisen, lassen wir uns das extern bestätigen – ein Beispiel hierfür sind unsere Ecocert-zertifizierten Seifen und Zahnpastas.

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