Interview mit Dr. Thomas Förster, der im Henkel Sustainability Council den Unternehmensbereich Kosmetik/Körperpflege repräsentiert

Sie haben sich 2010 das Ziel gesetzt, alle Diadermine-Pflegeprodukte durch ECARF, der europäischen Stiftung für Allergieforschung, prüfen zu lassen. Warum ist das wichtig und wie weit sind Sie gekommen?

Dr. Thomas Förster: Studien zeigen, dass die Anzahl der Menschen mit sensibler Haut oder Allergien gerade in den Industrieländern weiter zunimmt. Daher spielt das Thema für unsere Produktentwicklung eine immer größere Rolle. Speziell unsere Diadermine-Pflegeprodukte lassen wir seit 2009 intensiv von Hautärzten der Charité in Berlin prüfen. Unsere Rezepturen und ihr biomimetisches – also der Natur nachempfundenes – Wirkprinzip zeigten sich dabei als besonders haut- und allergikerfreundlich. Diadermine-Hautcremes erhielten daraufhin das „ECARF“-Siegel der europäischen Stiftung für Allergieforschung. 2010 konnten wir auch alle Hautcremes der Dr. Caspari-Serien von Diadermine durch ECARF zertifizieren lassen; für uns ein toller Erfolg, der unsere dermatologische Kompetenz bestätigt.

Und welche Forschungsfelder stehen jetzt im Fokus?

Dr. Thomas Förster: Generell sind wir immer auf der Suche nach noch wirksameren und verträglicheren, aber auch effizienteren Rezepturen. Denn wir stehen vor der Herausforderung, mehr Leistung mit weniger Rohstoff- und Materialeinsatz zu erzielen. Zum Beispiel haben wir 2010 neue Basisrezepturen für unsere Reinigungsprodukte wie Shampoos, Duschgele und Flüssig-Handseifen eingeführt. Diese sind genauso leistungsstark wie die vorhergehenden, kommen aber mit rund 15 Prozent weniger Tensiden, das sind waschaktive Substanzen, aus. Einen Beitrag zur Ressourceneffizienz leisten für mich auch Produkte, deren Wirkung besonders lange anhält – wie zum Beispiel unsere neu eingeführte Deodorant-Marke Right Guard. Die 48-Stunden-Wirkung reduziert den Produktverbrauch gegenüber herkömmlichen Deosprays deutlich.

Und wie sieht es bei diesen Rezepturen wiederum mit der Sicherstellung der gesundheitlichen Verträglichkeit aus?

Dr. Thomas Förster: Alle unsere Kosmetikprodukte, einschließlich der verwendeten Inhaltsstoffe, durchlaufen ein umfangreiches Prüfprogramm, um ihre Verträglichkeit nachzuweisen. Dabei setzen wir für die Untersuchung unserer kosmetischen Fertigprodukte ausschließlich dermatologische Studien und tierversuchsfreie In-vitro-Tests ein. Das sind Tests, die im Reagenzglas mit künstlichen Vollhaut-Modellen durchgeführt werden. Zentrales Ziel unserer Forschung ist es natürlich, auch die für manche Inhaltsstoffe immer noch vorgeschriebenen Tierversuche durch alternative Testmethoden zu ersetzen. Hierzu engagieren wir uns seit den 1980er Jahren intensiv und können etliche Erfolge vorweisen. Dazu arbeiten wir international eng mit Partnern aus Industrie, Behörden und Forschungseinrichtungen zusammen.

Mein Bericht