Compliance und Audits

Die Anwendung und Weiterentwicklung unserer Codes und Standards steuert der Chief Compliance Officer. Er kontrolliert zudem die Durchsetzung von internen und externen Anforderungen. Hierbei wird er von unserem interdisziplinär zusammengesetzten „Compliance and Risk Committee“, der Internen Revision sowie von weltweit rund 50 lokalen Compliance-Beauftragten unterstützt. Seit 2009 haben wir auch unseren Konzern-Datenschutzbeauftragten organisatorisch der Compliance-Funktion zugeordnet. Gemeinsam koordinieren sie den Informationsfluss und unterstützen unsere Mitarbeiter bei der Implementierung unserer Anforderungen – zum Beispiel durch Trainings, die speziell auf lokale Herausforderungen abgestimmt sind. Über Verstöße und daraufhin ergriffene Maßnahmen berichtet der Chief Compliance Officer unmittelbar an den Vorstandsvorsitzenden.

Foto Dirk-Stephan Koedijk, Mitglied im Henkel Sustainability Council für Compliance.

„Wir sind der Überzeugung, dass nur saubere Geschäfte gute Geschäfte sind. Unsere Codes und Standards sind verpflichtend für alle Mitarbeiter an allen Standorten sowie für unsere Lieferanten und Vertragspartner. Eine besondere Rolle fällt dabei unseren Führungskräften zu: Als Vorbildfunktion müssen sie ein ethisch und rechtlich einwandfreies Verhalten vorleben. Dann wird das Thema Compliance zu einem Leitbild für das tägliche Handeln aller Mitarbeiter.“

Dirk-Stephan Koedijk
Mitglied im Henkel Sustainability Council für Compliance.

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Compliance als Führungsaufgabe

Durch unsere globale Geschäftstätigkeit werden unsere Mitarbeiter mit unterschiedlichen Rechts- und Wertesystemen konfrontiert. Viele unserer Mitarbeiter arbeiten in Ländern, denen in Untersuchungen – beispielsweise von Transparency International – ein höheres Korruptionsrisiko zugeschrieben wird. Henkel lehnt jeden Verstoß gegen Gesetze und Standards sowie unsaubere Geschäftspraktiken ab. Um unseren Mitarbeitern klare Verhaltensregeln zu vermitteln und besonders Interessenkonflikte im Arbeitsalltag von vornherein zu vermeiden, liegt unser Schwerpunkt beim Thema Compliance auf Schulungs- und Kommunikationsmaßnahmen. Bereits in den Begrüßungsseminaren für Nachwuchsführungskräfte werden Compliance-Fragen eingehend adressiert. Sie sind auch fester Bestandteil aller Seminare der Henkel Global Academy. Newsletter für spezielle Zielgruppen und Beiträge in den Mitarbeiterzeitungen tragen zusätzlich zum Wissenstransfer bei. Eine besondere Rolle kommt unseren Führungskräften zu: Aufgrund ihrer Stellung sind sie besonders verpflichtet, Vorbild für ihre Mitarbeiter zu sein. Nur wenn unsere Führungskräfte ein ethisch und rechtlich einwandfreies Verhalten vorleben, wird das Thema Compliance vom bürokratischen Regelwerk zu einem Leitbild für das tägliche Handeln aller Mitarbeiter. Unsere Top-Manager werden daher von der Konzernrevision durch regelmäßige Trainings in unseren Corporate Standards geschult. Verstärkt nutzen wir auch Online-Schulungen, um ein breites Spektrum an Themen abzudecken und alltägliche Entscheidungssituationen zu simulieren.

Foto Compliance-Workshop in Chennai, Indien

Im November 2010 kamen Vertreter des lokalen Top-Managements sowie die zuständigen Compliance-Beauftragten zu einem zweitägigen Compliance-Workshop in Chennai, Indien, zusammen. Dieser bildete den Abschluss einer Workshop-Reihe, durch die wir im Lauf des Jahres 2010 insgesamt 220 Compliance-Verantwortliche weltweit schulten.

Ergebnisse unseres Audit-Programms

Wichtig für die Umsetzung unserer Codes und Standards sind regelmäßige Audits an unseren Produktions- und Verwaltungsstandorten sowie zunehmend auch bei unseren Lohnherstellern und Logistikzentren. Die Audits sind ein wichtiges Instrument, um Risiken und Verbesserungspotenziale zu identifizieren und tragen entscheidend zum Wissenstransfer bei. 2010 haben wir insgesamt 78 Audits an unseren Standorten durchgeführt.

Insgesamt vereinbarten wir für die Bereiche Rechnungs- und Personalwesen, Einkauf, Vertrieb, Marketing, Informationstechnologie und Produktion im Rahmen der Audits rund 2.314 Einzelmaßnahmen, um die Ablaufprozesse noch sicherer und effizienter zu gestalten. In integrierten Audits zu Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz (SHE) überprüften wir 35 Standorte und leiteten dort 602 verbindliche Korrekturmaßnahmen ein. Das Audit-Programm zur Einhaltung unserer Sozialstandards umfasste in diesem Jahr 13 Henkel-Standorte in Ägypten, Argentinien, Brasilien, Chile, China, Indien, Japan, Kolumbien, Taiwan, Peru, Venezuela, in der Ukraine sowie in den USA. Dabei stellten wir an zwei der überprüften Standorte Verstöße gegen die Arbeitsordnung beziehungsweise Lücken in der Arbeitszeiterfassung fest. Darüber hinaus gab es in Einzelfällen Verbesserungspotenzial bezüglich Kommunikation und Dokumentation. Zum Beispiel waren unsere Sozialstandards nicht an allen Standorten für jeden Mitarbeiter direkt zugänglich. Generell ist zu beobachten, dass zentrale Anforderungen unserer Sozialstandards, zum Beispiel in Bezug auf Mindestalter oder Einrichtung von Arbeitnehmervertretungen, mittlerweile in vielen Regionen auch durch die lokale Gesetzgebung geregelt sind.

Compliance Hotline

Seit 2007 besteht für unsere Mitarbeiter zusätzlich zu den internen Berichts- und Beschwerdewegen die Möglichkeit, Hinweise auf schwerwiegende Verstöße gegen unsere Codes und Standards auch über eine „Compliance Hotline“ mitzuteilen. Diese wird von einem unabhängigen externen Anbieter betrieben und ist mittlerweile in 73 Ländern verfügbar. Sie soll insbesondere dann genutzt werden, wenn es nicht möglich ist, Auffälligkeiten direkt mit dem betroffenen Mitarbeiter oder dem Vorgesetzten zu klären. Regelmäßige Auswertungen ergeben, dass nur wenige Beschwerden über die Hotline gemeldet werden. Die bewährten internen Berichtswege werden nach wie vor wesentlich stärker genutzt.

Keine Toleranz bei regelwidrigem Verhalten

Regelwidriges Verhalten ist niemals im Interesse von Henkel. Es untergräbt den fairen Wettbewerb und schadet unserer Vertrauenswürdigkeit und Reputation. Nicht zuletzt unsere Mitarbeiter selbst legen großen Wert auf ein korrektes und ethisch einwandfreies Geschäftsumfeld. Verstöße gegen Gesetze, Codes und Standards adressieren wir konsequent, auch durch arbeitsrechtliche Schritte. Im Jahr 2010 umfassten diese 26 Abmahnungen und 62 Trennungen von Mitarbeitern.

Mein Bericht
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